Motorrad Gebrauchtkauf FAQ

  • Ein kleiner Leitfaden zum Thema Motorrad Gebrauchtkauf



    Welches ist das beste Einsteiger Motorrad?



    Nichts schwerer als das; Du hast grade deinen Motorradführerschein in die Hand gedrückt bekommen und musst nun die Fahrschulmaschine, an die du dich grade angefangen hast zu gewöhnen gegen deine erste eigene Maschine tauschen. Kein Thema ist so kontrovers diskutiert, wie die, welches Motorrad die perfekte "Einstiegsdroge" ist. Man kann das Experiment ruhig mal selbst durchführen, frage 10 Leute, erhalte 20 Antworten, GARANTIERT! Aber wie findest du nun genau das Bike, was zu dir passt? Die meiner Meinung nach einfachste Antwort ist sich gar nicht zu sehr zu sehr auf einen Motorradtyp oder eine Marke festzulegen, grade am Anfang gibt es eigentlich wesentlich wichtigere Fragen, als Supersport oder doch eher Naked? Viel wichtiger sind Punkte wie Budget, Körperbau oder eventuelle Austattungskriterien wie ABS. Generell kann man auch sagen, dass man das "Fahren" am besten auf einer eher schwachen Maschine lernt, man muss häufiger Schalten und automatisch viel besser auf die Linie achten um nicht zu viel Tempo zu verlieren ect. Beim Motorrad fahren geht es nicht darum der Coolste zu sein, sondern beim Einstieg, mit dem vorhaben ein guter Fahrer zu werden eher darum, eine Maschine zu haben, welche einem ein gutes Feedback sowie das nötige Vertrauen liefert. Typische "Fahrschulbikes" sind da gar keine schlechte Wahl! Man sollte das so sehen: Eine Fahrschule steht im Prinzip mit den selben Problemen da wie ihr selber, sie muss zum einen Wirtschaftlich denken, also eine Maschine haben, deren Unterhalt nicht dafür sorgt, dass eine Fahrstunde 100€ kostet und zum anderen muss die Maschine gutmütig, leicht zu fahren und sicher sein. Also IDEAL für einen Fahranfänger. Wenn du nun sagst:"NEIN!, ich will aber (Motorradkategorie XYZ)!" Dann Glückwunsch, du weißt dann ja doch was du willst, also hättest du dir diese Frage auch sparen können.





    Motorrad Angebote finden und Preis beurteilen



    Ich brauche hier wohl keinem zu sagen, auf welchen Plattformen man am besten nach Gebrauchtfahrzeugen sucht, die größten und bekanntesten sind wohl Mobile.de und AutoScout24. Jedoch gibt es hier einige Tricks und Kniffe, ohne die man so manches Schnäppchen nicht findet! Mobile z.B hällt einem Standartmäßig vorgegeben beschädigte Fahrzeuge vor, aber genau hier lauern manchmal Top Maschinen, die zwar als "defekt" deklariert werden, in Wahrheit jedoch nicht wirklich defekt sind. Man findet hier immerwieder Bikes, die einfach mal im Stand umgefallen oder bei geringer Geschwindigkeit weg gerutscht sind, technisch also Einwandfrei sind und die "Defekte" sich lediglich auf die Optik beziehen. Je nach Umfang der Beschädigung kann man also mit geringem finanziellem Aufwand und ein wenig Do it Yourself eine Maschine zum Schnäppchenpreis ergattern. Aber woran erkennt man, ob der Preis gut ist? Hier bleibt einem nichts anderes übrig als zu vergleichen. Ein guter Tipp ist, sich auf Ebay bereits Beendete Auktionen anzuschauen, dort sieht man, was der Markt bereit ist für eine jeweilige Maschine zu bezahlen. Nur weil der Verkäufer seine Maschine für Betrag X anbietet, heißt das noch lange nicht, dass er sie zu diesem Preis verkauft krigt. Grade bei Motorrädern wird häufig der Ideelle Wert der Maschine als Verkaufspreis aufgerufen, das ist natürlich Quatsch.






    Checkliste für die Besichtigung (Das was der TÜV macht)


    • Fahrgestellnummer mit der Nummer in den Papieren abgleichen.

    • Optische Kontrolle des Fahrzeugrahmens, ist dieser beschädigt oder verändert?

    • Kontrolle der nicht serienmäßigen Anbauteile, alles legal? (Eintragungen, ABE, E-Nummer)

    • Alle kritischen Schrauben optisch o.k und an Ort und Stelle?

    • Auspuffanlage optisch in gutem Zustand?

    • Alle Hebel auf Funktion prüfen (Bremse, Kupplung, Gas, Schaltung)

    • Bremsen inkl Flüssigkeit in einwandfreiem Zustand (Dicht, Gängig, nicht verschlissen?)

    • Kette ordnungsgemäß gespannt und in gutem Zustand?

    • Reifen auf äusserliche Beschädigungen und annähernd korrekten Luftdruck überprüfen

    • Beleuchtung überprüfen (inklusive ALLER Lampen im Cockpit!!!)

    • Funktion der Hupe prüfen

    • Lenkkopflager und Lenkwegsbegrenzer auf Spiel untersuchen

    • Schwingen und Radlager auf Spiel untersuchen

    • Fahrzeug fährt neutral geradeaus?

    • Lenkung wie vorgesehen?

    • Funktion beider Betriebsbremsen in langsamer Fahrt testen (Verzögerung ok? Lösen die Bremsen wieder?)

    • Funktionieren die Not-Aus Systeme? (Seitenständer, Kill Schalter, GGF Kupplungsschalter)

    Diese Punkte kann man sehr einfach testen, alles in allem hat man so ein Motorrad innerhalb von 10 Minuten auf seine Verkehrssicherheit untersucht. Das empfielt sich hin und wieder auch nach dem Kauf. Die auch TÜV Relevante AU kann man leider nicht einfach mal "testen" und es gibt einige Dinge, die der TÜV nicht prüft, die aber für den alltäglichen betrieb der Maschine unerlässlich sind, allem vorran der Ölstand. Anhand des Motoröls kann man hervoragend Rückschlüsse über den Zustand des Motors ziehen. Das Öl sollte im Idealfall Bernsteinfarben bis Dunkelbraun sein und eben die typische Konsistenz von Motoröl aufweisen. Befindet sich Wasser oder schaumige Ablagerungen im Öl, so stimmt etwas im Inneren des Motors nicht. VORSICHT!



    Die Preisverhandlung



    Will man nun das Motorrad haben, so kommt man zum schwirigsten Teil des Kaufs, nämlich möglichst wenig Euro für möglichst viel Motorrad zu bezahlen. Hierbei ist es natürlich von Vorteil, wenn man im Vorfeld geschaut hat, was realistische Verkaufspreise für die jeweilige Maschine sind. Ihr solltet auf jeden fall vorher wissen, was ihr zahlen wollt und euer Budget sollte auf jedenfall noch mindestens 500€ für die Drosselung, neue Reifen und eventuell eine Inspektion hergeben. Nehmen wir an, euer Traumbike wurde mit 4000€ aufgerufen, ihr wisst aber, dass diese realistisch nur für 3000€ verkauft werden. Hier braucht man dann einiges Geschick und feingefühl. Während der besichtigung sollte man Sätze wie "Oh ist das eine tolle Maschine" tunlichst für sich behalten, ihr solltet so viele "Mäkel" wie möglich finden. Idealerweise leitet man eine Preisverhandlung mit den Worten "Was wolltest du für die Maschine haben?" ein. Der Verkäufer wird dann seinen Preis nennen "4000€ wäre VHB". Daraufhin sagt ihr dann etwas in der Art "Okay, da müssen wir drüber reden, die Maschine hat dies und jenes, man muss hier und dort was machen"... Jetzt, müsst ihr wissen, was ihr am Ende bezahlen wollt, möglichst wenig natürlich, also sagt ihr einfach mal ganz dreist einen viel zu niedrig angesetzten Preis, den ihr natürlich in Bar dabei habt. Also bietet ihr dem Verkäufer 2200€ in Bar. Er wird nun ziemlich sicher etwas aus dem Konzept sein, aber unser Abgebot war auch frech, genau das wollten wir erreichen, er wird unsicher. Jetzt legt ihr nach, und sagt "Die Maschine erreicht realistische Verkaufspreise um die 3000€ im Topzustand. Die Mängel muss ich einkalkulieren.". So habt ihr schon signalisiert, dass ihr auf keinen Fall mehr als 3000€ zahlen werdet und er sich seine 4000€ Vorstellung getrost "sonstwohin" schieben kann. Der Verkäufer will natürlich so viel Geld wie möglich aus seinem alten Schätzchen holen, also wird er im günstigsten Fall auf 3500€ plädieren. Das nehmt ihr jedoch so gar nicht hin und ruft 2500-2800€ auf (diesen Betrag habt ihr in der Hosentasche, abgezählt, den Restbetrag eures Budgets habt ihr in der anderen Hosentasche ;) ) jetzt kommt der Magische Bargeld trick, ihr haltet ihm die Kohle einfach mal unter die Nase, idealerweise besorgt man sich die Kohle in 50€ Scheinen, da sehen 2500€ nach RICHTIG viel aus. Jetzt weiß der Verkäufer ihr meint es ernst, und nicht selten sagt er dann einen Satz wie: lass uns in der Mitte treffen, 3000 und du kannst sie mitnehmen. Jetzt kann man nochmal 50-100€ nach unten Korrigieren und schlägt ein. Ziel erreicht.


    Falls der Verkäufer immer über eurem Budget bleibt oder nicht mit sich reden lässt, kein Drama, für einen zu hohen Preis wird er seine Maschine nicht loskrigen, also entweder eine Andere suchen oder einfach warten, gerne auch nach 2 Wochen nochmal anrufen und fragen ob er nun bereit sei über den Preis zu reden. (Nicht fragen, ob die Maschine noch da sei!).


    Aber gebt auf keinen Fall mehr Kohle aus, als ihr ursprünglich vorhattet, sonst ärgert ihr euch im nachhinein darüber grün und blau!


  • Hey cool danke :)

  • Zu dem Thema hab ich vor längerer Zeit mal was in nem anderen Forum geschrieben. Wenn de willst kannste ja aus der Checkliste übernehmen und deine vervollständigen?


    http://hornet-home.de/forum/vi…t=14760&start=225#p436090 < so kucke er :huh:

    sehr gut, hab das mal eingepflegt, jedenfalls was nicht schon da war und nicht speziell "hornet" oder honda typisch war :)


    hab das gefühl dass da noch einiges fehlt ^^

  • ...ich sag auch ein dickes DANKE !
    Meine eigene (KTM) hab ich noch ohne diese Ratschläge und Tips gekauft ...
    bei Frauchens Bike werd ich sie jetzt im Frühjahr sicher beherzigen !


    LG
    Dietmar

  • Hi,
    ich würde gerne noch nen wirklich ganz ganz wichtigen Tipp an die "A2 - Leute" weitergeben ... aus eigener Erfahrung übrigens :


    WENN Ihr ne Maschine kauft , die aufgrund der gesetzlichen Vorgaben auf 48 (oder wegen der Leistungsgewichtsvorgaben) oder noch weniger PS
    heruntergedrosselt zu sein HAT , dann bitte PRÜFT das VORHANDENSEIN DIESER DROSSELUNG !!!!
    Meine "Kati" HAB ich von nem Händler (der mit allen Marken handelt) gekauft , GEDROSSELT .... ist auch in den Papieren eingetragen ,
    allerdings .... es WAR KEINE DROSSEL DRIN !
    Sowas kann ganz schnell ganz FIESE Folgen haben !
    Verlasst Euch da also NICHT auf andere , sondern prüft NACH !



    Liebe Grüße,
    Dietmar