motorradonline.de: Artikel zu ActionCams und Datenschutz

  • Ich habe mir sowas schon fast gedacht. Wir bewegen uns in einer Grauzone. Alle wissen noch nicht so recht wie sie damit umgehen sollen. Aber wenn das so weiter geht, und so wie ich Deutschlands rechts und ordnungsliebend kenne, werden wir wohl bald nur noch im Wald fahren dürfen.. achso, dürfen wir ja auch nicht.. fuck.
    In meinen Augen funktioniert da nur noch eine Sache um diesen Datenschutz zu entkommen. Künstlerische Freiheit würde sich das nennen. So wie ich es auch schon von Anfang an umsetze. Das Verkehrsgeschehen ist Beiwerk meiner Vlogs. Ein Vlog ist eine "künstlerische" Tätigkeit. Sollte ich im Verkehr befindliche Personen oder Fahrzeuge (nummernschilder) mit in diesen Vlog einbeziehen, muss ich alles unkenntlich machen.
    Sollte das so nicht umgesetzt werden, kann man das Thema knicken oder man muss alles raus schneiden und das wäre mega langweilig.
    Ist immer die Frage. Wie wird das aktuell eingestuft. So lange das alles so schwammig ist, sollte man sich auf jeden Fall vorbereiten. Eine gute Rechtsschutz kann nicht schaden denke ich. Schließlich könnte man genau der sein, an dem ein Exempel statuiert werden könnte.
    Es wäre wirklich zu schade, wenn es verboten würde. Aber mich würde es ehrlich gesagt nicht wundern.

  • In dem Artikel wird es wieder so ULTRA dramatisch dargestellt...als ob jeder mit ner Action Cam am Motorrad gleich gegen alles Mögliche verstößt...pfff
    Denkt doch mal drüber nach: wieviele Videos und Fotos werden SEKÜNDLICH alleine die Deutschland auf alle möglichen sozialen Netzwerke, von allen möglichen Leuten, bei allen möglichen Aktivitäten hochgeladen, auf denen Menschen und Nummernschilder und was weiss ich was, erkennbar sind....?
    Viel Spaß den Behörden wenn ein Gesetz kommt, welches hier JEDEN EINZELNEN bestrafen soll.... :rofl:
    Solange Max Mustermann nicht vor Gericht kommt, weil er am Brandenburger Tor ein Selfie mit Leuten im Hintergrund gemacht hat und dieses auf Facebook gepostet hat, solange fahre ich mit Action Cam rum und mache Videos über mein liebstes Hobby. :nixweiss:


    Aus Datenschutz-Gründen mach ich mir also überhaupt keine Sorgen.
    Wovor ich allerdings doch schiss hab ist, dass wirklich mal ein neues Gesetz kommt, welches es schlicht und einfach verbietet, beim Motorradfahren zu filmen. Thema Raser, nicht Thema Datenschutz.
    Und wenn sowas kommt, haben wir das der aktuellen Generation Youtube-Biker zu verdanken....die es einfach nicht checken, dass sie sich ihr eigenes Grab schaufeln :cursing:

  • Ich habe eine Fernbedienung für meine Kameras am Krad, und sollte mich mal jemals einer anhalten und fragen, dann sage ich ihm, dass ich nur anlassbezogen die schöne Landschaft aufnehme (ist ja auch so) und auch nur dann, wenn niemand anderes aufgenommen wird bzw. auf den Aufnahmen eindeutig zu erkennen ist. Sollte der Polizist auf die Idee kommen, meine Kamera zu beschlagnahmen, dann möchte ich den Richter sehen, der das absegnet.


    Bei Unfällen und Straftaten sieht das natürlich wieder anders aus.

  • Eigentlich ist es auch völlig wurscht was du aufzeichnest. Denn es geht ja um die Veröffentlichung. Also können sie einem so gesehen nichts. Anders bei den veröffentlichten Videos auf YT. Da sieht das schon ganz anders aus. Und die kann sich jeder runterladen... Ich bin gespannt wo das noch hinführt.

  • Ich war kürzlich in einer schweizerischen / italienischen Verkehrskontrolle. Da hat mich niemand auf die Kamera auch nur angesprochen. Das lag vermutlich entweder an meiner imposanten Erscheinung (äh, naja...) oder einfach an meinem netten Charakter (äh, auch naja...). ;)


    Generell scheint mir die Rechtslage nach wie vor so unklar, dass wir schlicht noch weitere konkrete Urteile werden abwarten müssen. Nur weil ein Rechtsverdreher irgendwas meint, müssen das die Gerichte noch lange nicht tun. Es braucht einfach mal so 20 Prozesse, damit sich eine de-facto Rechtsnorm etablieren kann. Wahrscheinlich wird sich dabei etwas halbwegs Sinnvolles ergeben.
    (Außer irgendwer nutzt eine GoPro für Kinderpornos, dann werden alle ActionCam-Besitzer von der Bild pauschal an den Pranger gestellt und die Politik wird im Angesicht der nächsten Wahl eine Genehmigungspflicht für YouTube Uploads einführen. Aber ich schweife ab...).


    Den Gedanken mit den künstlerischen Freiheit finde ich sehr interessant.


    Derweil hoffe ich mal ihr habe auch alle eine gültige Rundfunklizenz, gelle?

  • Ich bin auch gespannt was diesbzgl. noch auf uns zukommen wird.
    Für den Fall der Fälle das mich mal jemand anhalten und meine Kamera beschlagnahmen sollte fahre ich stets mit einer frisch gelehrten SD-Karte. Muss ja nicht sein das man da irgendwo auf frischer Tat bei irgendwas entdeckt werden würde.. nicht als ob ich jemals etwas gesetzloses tun würde (lol)


    Wie Alpen Andy schon sagte:

    Zitat

    Solange Max Mustermann nicht vor Gericht kommt, weil er am Brandenburger Tor ein Selfie mit Leuten im Hintergrund gemacht hat und dieses auf Facebook gepostet hat, solange fahre ich mit Action Cam rum und mache Videos über mein liebstes Hobby.

    Genau so sehe ich das auch!
    Um Unbekannte zu schützen müssten die riegeros alle aktuellen Inhalte von Sozialen Plattformen platt machen.
    Existieren heute noch Fotos ohne Unbekannte auf dem Bild? Bei mir zu Hause fotografiere ich mich zumindest sehr selten ^^


    Abwarten und Tee trinken... :D

  • Sobald man Werbung schaltet ist es ja halt nicht mehr privater Gebrauch. Fraglich ist auch schon selbst die Veröffentlichung OHNE Monetarisierung, da YT ja eine offene Plattform für Videos ist und bei X Millionen/Millarden/usw Zuschauer, kann man eigentlich nicht mehr von privater Nutzung ausgehen :D

  • @ Bloargh - das Thema sollte man ja auch nicht unbedingt in einer Kontrolle ansprechen ;)
    Mit Werbung und anderen Einnahmen wird das alles sowieso noch viel komplexer..
    Bezüglich Kennzeichen verpixeln:
    Wird das Auto unkommentiert, also rein sachlich dar- und ins Internet gestellt, wird das Persönlichkeitsrecht des Besitzers nicht verletzt. Das hat das Amtsgericht Kassel entschieden (Az.: 1 T 75/07). Nummernschilder sind per Definition nämliche keine sensiblen , da sie für jeden frei zugänglich und sichtbar sind. Hinzu kommt, dass lediglich Polizei und Behörden Zugriff auf die Daten hinter dem Nummernschild haben und somit der normale Bürger anhand des Nummernschilds nicht die Daten des Fahrzeughalters herausfinden kann.

  • Gut das Du das noch einmal schreibst mit dem Verpixeln vom Nummernschild. Ich wusste, ich hatte das schonmal irgendwo gelesen.
    Aber bist Du Dir sicher, das nur die Rennleitung an die persönlichen Daten über das Nummernschild heran kommt. Ich meine das wäre ja eigentlich super, dann bräuchte ich meins nicht immer verpixeln oder bearbeiten auf Fotos und im Video. Allerdings hatte ich mal gehört das da jeder die Möglichkeit hat an die Daten zu kommen. Irgendwie über die Versicherungen. Weiß da jemand mehr?

  • Sobald man Werbung schaltet ist es ja halt nicht mehr privater Gebrauch. Fraglich ist auch schon selbst die Veröffentlichung OHNE Monetarisierung, da YT ja eine offene Plattform für Videos ist und bei X Millionen/Millarden/usw Zuschauer, kann man eigentlich nicht mehr von privater Nutzung ausgehen :D



    Naja, es gibt ja auch die Einstellung wo man die Videos nicht veröffentlicht ( das ist dann wirklich privat). macht dann aber keinen Spaß und der Zweck der Plattform YT macht dann auch keinen Sinn mehr. :P:nixweiss:

  • Chichi, meinst Du vielleicht den Zentralruf der Autoversicherer? Dort kannst Du bei berechtigtem Interesse die Versicherung eines unfallgegnerischen Fahrzeuges erfragen. Einfach so aus Jux und Dollerei kann man jedenfalls in Deutschland keinen Fahrzeughalter nur aufgrund des Kennzeichens herausfinden.


    Ansonsten ist diese Sache abschließend im Paragraf 39 des Straßenverkehrsgesetzes geregelt.